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Hertrampf Racing Team

Hertrampf Racing Team

hertrampf

Die Rennsport-DNA verbindet.

Yamaha fährt mit dem IDM Superbike-Team von Denis Hertrampf ins zweite Jahr. Was steckt hinter dem 45-jährigen Boss, der in Nordhorn, Emsbüren und Kassel große Motorradgeschäfte betreibt und mit drei Fahrern in Deutschlands höchster Rennsportklasse antritt? Wir haben den multifunktionalen Niedersachsen gefragt, der alles dafür tut, seine Jungs an den Start zu bringen.

5 Fragen

an Denis Hertrampf

 

Denis, seit wann besteht das Hertrampf Racing Team?

„Angefangen hat alles schon 1985 unter der Leitung meines Vaters, der sich zuerst im Gespanncross engagiert hat. Der Straßenrennsport kam später. Ich selbst habe in der Pro Superbike-Klasse mal einen Gaststart gemacht und bin kurz nach der Jahrtausendwende im Suzuki GSX-R 750-Cup gefahren. Ich bin also mit dem Rennsport aufgewachsen. Heute fahren Vladimir Leonov, Daniel Kartheininger und Nachwuchsmann Max Schmidt für uns.“

Welche Ziele sind für 2022 gesteckt?

„Wir gehen mit unserem Partner ins zweite Jahr und ich möchte mir Vladimir Leonov gerne in die Top 3 der IDM Superbike kommen.“

Der Saisonstart war schwierig. Kannst Du uns etwas dazu sagen?

„Vladimir konnte an der ersten Veranstaltung nicht teilnehmen. Als Russe wurde er wegen des Krieges in der Ukraine sanktioniert. Er hatte Startverbot. Damit war der Saisonauftakt sozusagen gelaufen. Für Oschersleben haben wir es hingekriegt, dass er kommen kann. Ich habe dafür so gut wie jeden Verband wegen einer Lizenz für Vladimir angefragt und in der ganzen Welt telefoniert. Mit jedem Präsidenten der Verbände bin ich jetzt fast per Du. Auch Vladimir war ständig wegen einer Lizenz unterwegs. Er startet jetzt unter der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate.“

Du hast einmal erwähnt, ihr wärt eine Einheit? Was heißt das?

„Es ist eine Art Freundschaft zwischen uns entstanden. Oder besser gesagt, wir sind auf dem Weg, gute Freunde zu werden. Es fühlt sich gut an. Seine Aussagen über die R1M sind treffend und er ist ein Fahrer, der das Motorrad absolut sturzfrei am Limit bewegen kann.“

Geschäfte, Familie und dann auch noch Rennsport - ist das nicht purer Stress?

„Nein, das ist ein Ausgleich. Es gibt nur eine Entscheidung: Mache ich das oder nicht? Ich mache es, weil es mir gefällt.“

Die Fahrer

des Hertrampf Racing Teams 

Daniel Kartheininger

Feste Größe mit vereinzelten Highlights. Gehört zur Stammbesetzung des Hertrampf Racing Teams. Sein dritter Platz in Zolder im Jahr 2018 bleibt in Erinnerung und bestes Ergebnis in der IDM Superbike. Kartheininger ist 29 Jahre alt und wohnt in Boos/Unterallgäu. Er ist verheiratet, mag neben dem Rennsport das Kart- und Skifahren und vor allem seine Ehefrau Denise und die gemeinsame Tochter Malea. Sie hält ihre Eltern auf Trab, die Rennsportkarriere von Denise ist in den Hintergrund gerückt. „Wir haben uns das Kind im Parc Fermé übergeben, als wir auf dem Lausitzring kurz hintereinander ein Rennen hatten“, sagt die Beifahrerin aus der IDM Sidecar. „Das ist Stress und keiner findet die nötige Ruhe. Ich helfe noch ein Mal in diesem Jahr in meiner Klasse aus und genieße es auch, ansonsten den Kinderwagen durchs Fahrerlager zu schieben.“

Daniel Kartheininger

Max Schmidt

Der 181 Zentimeter lange Wuppertaler kam vor einem Jahr als jüngster Fahrer in der Geschichte der IDM Superbike angerast. Hier versucht sich Max Schmidt an Vladimir Leonov zu orientieren, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. „Ich kriege von ihm eine ehrliche Meinung, nicht nur, wenn ich etwas richtig mache, sondern auch, wenn ich etwas falsch mache.“ In der Königsklasse des deutschen Motorradrennsports ticken die Uhren noch schneller als anderswo, aber das Hertrampf MO Yamaha Racing Team hat sich auch die Nachwuchsförderung auf den Leib geschrieben. Nach dem Lehrjahr sollen nun die ersten Top-Ten-Plätze purzeln. Maschinenbaustudent Schmidt befindet sich im verflixten siebten Jahr seiner Karriere, bisher lief alle ziemlich glatt: Einstieg in den ADAC Mini Bike Cup 2015, Gesamtsieger des ADAC Junior Cups 2017, Pro Superstock-Vizemeister 2020.

Max Schmidt

Vladimir Leonov

Der Russe ist der Mann fürs Podium und momentan der einzige Fahrer, der die BMW-Armada in der IDM Superbike brechen kann. Und wie er das tut! Bei der ersten Veranstaltung durfte er noch nicht, bei der zweiten wurde er eingebremst, aber selbst das hinderte ihn nicht, die ersten 32 Punkte in der Meisterschaft abzugreifen. Im Qualifying ging in Oschersleben die Zylinderkopfdichtung der YZF-R1M in die Knie. Teamchef Denis Hertrampf und ein Mechaniker machten sich sofort auf den Weg nach Nordhorn, bauten einen neuen Motor auf und nahmen noch Ersatzteile für den kaputten Antrieb wieder mit nach Oschersleben. Als die Sonne früh halb fünf aufging, hatten die Mechaniker die schwächelnde Yamaha wiederbelebt. Alles war gut. Leonov bedankte sich für die Nachtschicht mit zwei dritten Plätzen. Der 35-Jährige ist ein gestandener Rennfahrer. Er war bereits in der 250 ccm-WM, der Moto2- und der Supersport-WM unterwegs.

Vladimir Leonov

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